Die Kurzantwort
Beim Aufguss wird Wasser auf die heißen Saunasteine gegossen. Es verdampft, die Luftfeuchte steigt kurz an, und die Wärme fühlt sich intensiver an. Üblich sind kleine Mengen, verteilt über mehrere Kellen. Aufgussmittel werden nach Angabe des Herstellers mit Wasser verdünnt und nie pur auf die Steine gegeben.
Für viele ist der Aufguss der Höhepunkt des Saunagangs: das Zischen auf den Steinen, der Duft, die Welle aus Wärme. In der eigenen Gartensauna kann man ihn ganz nach Geschmack gestalten. Damit er angenehm und sicher bleibt, helfen ein paar Grundregeln.
Was beim Aufguss passiert
In der finnischen Sauna ist die Luft trocken. Gießt man Wasser auf die heißen Steine, verdampft es schlagartig. Die Luftfeuchte steigt kurzzeitig an, und weil Schweiß auf der Haut schlechter verdunsten kann, empfindet man die Wärme intensiver – obwohl das Thermometer kaum ausschlägt. Nach einigen Minuten verteilt sich die Feuchtigkeit wieder.
Wie viel Wasser?
Weniger ist mehr. Gießen Sie das Wasser in kleinen Portionen mit der Kelle über die Steine, verteilt über einige Minuten, statt einen ganzen Kübel auf einmal. Wie viel insgesamt angenehm ist, hängt von Kabinengröße, Ofen und Steinmenge ab. Die Steine müssen danach wieder heiß genug werden; zu viel Wasser kühlt sie ab und kann bei Elektroöfen das Heizelement belasten.
Nach dem Aufguss bleibt man noch einige Minuten sitzen, damit sich die Wärme verteilt. Wer es milder mag, wechselt dafür auf die untere Bank.
Aufgussmittel richtig dosieren
Aufgusskonzentrate und Saunaöle werden mit Wasser verdünnt – die Menge steht auf der Flasche. Pur gehören sie nie auf die Steine: Ätherische Öle sind konzentriert und können sich an heißen Flächen entzünden. Wer empfindlich auf Düfte reagiert oder Allergien hat, wählt milde Düfte, dosiert sparsam oder verzichtet ganz und gießt nur Wasser auf.
Beliebte Düfte
Klassisch sind frische, harzige oder kräuterige Noten wie Birke, Zirbe, Fichte, Eukalyptus oder Minze, im Winter auch warme Düfte wie Orange oder Zimt. Welche Wirkung ein Duft auf die Stimmung hat, empfindet jeder anders; gesundheitliche Wirkungen versprechen wir nicht. Wählen Sie, was Ihnen und Ihren Mitsaunierenden angenehm ist.
Varianten: Eis, Salz, Honig
Neben dem klassischen Aufguss gibt es Varianten, die vor allem in öffentlichen Saunen gefeiert werden:
- Eisaufguss: Eiswürfel oder gefrorenes Aufgusswasser werden auf die Steine gelegt und verdampfen langsam.
- Salzaufguss: Nach dem Gang wird die Haut mit Salz eingerieben und anschließend abgeduscht. Das Salz gehört nicht auf die Steine.
- Honigaufguss: Honig wird nach dem Schwitzen auf die Haut gegeben. Auch er gehört nicht auf die Steine.
Kelle und Kübel
Für den Aufguss braucht man einen Kübel aus Holz oder Metall und eine Kelle mit langem Stiel, damit die Hand nicht in den heißen Dampf gerät. Holz liegt angenehm in der Hand, Metall ist pflegeleicht. Nach dem Saunieren wird der Kübel geleert und trocknet aus.
Ein Aufguss für mehrere
Saunieren Familie oder Freunde mit, fragt man vor dem Aufguss kurz nach: Mag jeder den Duft, verträgt jeder die zusätzliche Wärme? Wer lieber milder schwitzt, rutscht auf die untere Bank. Mit einem Handtuch lässt sich die warme Luft vorsichtig verteilen – aber bitte nicht direkt auf andere wedeln.
Was nicht auf die Steine gehört
Kein reines Öl, kein Alkohol, keine Kräuter- oder Duftmischungen, die nicht für den Saunaaufguss gedacht sind, kein Salz und kein Honig. Bei Kombiöfen mit Verdampfer gelten die Angaben des Herstellers, welche Mittel in den Verdampfer dürfen.
Wichtiger Hinweis
Dieser Ratgeber informiert allgemein. Wer Atemwegserkrankungen oder Allergien hat, bespricht Düfte und Aufgüsse vorher mit einer Ärztin oder einem Arzt. Mehr dazu in unserem Haftungsausschluss.
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Häufige Fragen
Wie oft macht man einen Aufguss?
In der eigenen Sauna nach Geschmack, meist einmal pro Gang, verteilt auf mehrere kleine Kellen.
Kann man den Aufguss selbst machen?
Ja, mit Wasser und einem für die Sauna geeigneten Aufgussmittel in der vom Hersteller angegebenen Verdünnung. Selbst gemischte Öle pur auf die Steine zu geben, ist gefährlich.
Warum fühlt sich der Aufguss heißer an?
Weil die Luftfeuchte steigt und Schweiß schlechter verdunstet. Die gemessene Temperatur ändert sich dabei kaum.
Darf man in der Bio-Sauna aufgießen?
In der Bio-Sauna sorgt meist der Verdampfer für Feuchtigkeit. Ob zusätzlich aufgegossen werden darf, steht in der Anleitung des Ofens.
